Radarkontrollen

Wie jedes Jahr habe ich die Tabelle der polizeilichen Radarkontrollen in Jockgrim angefordert und von der VG erhalten:Radarkontrollen Jockgrim 2011

Wie man sieht, wurde in der Ludwigstraße im ganzen Jahr ein einziges Mal gemessen!

Da hat es sich allerdings gelohnt: Maximalgeschwindigkeit 56 km/h, 30 Verwarnungen und eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Das zeigt, dass es bitter nötig wäre, hier öfter zu messen. Die Polizei hat leider nur sehr begrenzte Ressourcen.

Wir haben bereits mehrfach von der Ortsgemeinde gefordert, uns in unserem Anliegen zu unterstützen, dass die Polizei hier öfter kontrolliert. Die Polizei in Wörth selbst reagiert auf entsprechende Schreiben, die ich schon mehrfach dorthin geschickt habe, nie.

Wie sonst auch: Unterstützung durch die Ortsgemeinde? Fehlanzeige.

Prosit Neujahr 2012

Jahreswechsel im Hinterstädtel 2011/12
Jahreswechsel im Hinterstädtel 2011/12

Wie überall wurde auch im Hinterstädtel mit Korkenknallen und Feuerwerk das neue Jahr begrüßt. Das ist auch die Zeit für eine Rückschau auf das Jahr 2011 aus der Sicht der AG Altort.

Gestartet ins Jahr 2011 sind wir mit Optimismus, hatten wir doch mit vereinten Kräften im alten Jahr 2010 die Busse des Schienenersatzverkehrs aus dem Altort herausbekommen.

Unser Positionspapier „Status quo, Unsere Ziele, Vorschläge zur Umsetzung“ war Grundlage der Gespräche mit Ortsbürgermeister Scherer und den Fraktionssprechern des Gemeinderats im Mai und Juni.  Die Herausnahme der Landesstraße aus der Ludwig- und Maximilianstraße war einer unserer zentralen Punkte. Das Gespräch verlief in guter Atmosphäre. Einem  für die Gemeinde arbeitendem Verkehrsplaner werde die Prüfung der Rechtslage und der Möglichkeiten der Umsetzung übertragen – so hieß es damals. Wir haben angeregt, dass sich ein Verwaltungsrechtler mit den Rechtsfragen befasst.

Nach den Sommerferien, am 1. September: die erste Gemeinderatssitzung. Auf der Tagesordnung TOP 1: Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Buchstraße und Unteren Buchstraße. Erst auf Nachfrage erfahren wir, dass unter diesem Punkt auch die Abstufung der Maximilian- und Ludwigstraße behandelt werden soll. In der öffentlichen Sitzung dann die Ausführungen eines Planers vom Büro KUG Ingenieure, Ludwigshafen. Er stellt  Folgendes fest: Von einer Änderung der Situation der Ludwigstraße im Hinterstädtel rate er ab. Eine Abstufung wäre möglich, aber nicht ratsam, weil zu teuer – und außerdem verlagere das ja nur den Verkehr in die (Untere) Buchstraße nach dem „St.-Florians-Prinzip“.  Am 21. September bei unserem direkten Gespräch mit dem Planer stellten wir fest, das dieser unser Problem nicht einmal wahrgenommen hatte. Von Kenntnis des Dorfentwicklungsplanes, von Detailkenntnis in unserer Straße keine Spur. Er wusste nichtmals, dass nicht der ganze Ort „Zone 30“ ist, sondern der Großteil der Duchgangsachse unserer Straßen eine Beschränkung auf 50 km/h besitzt.

Weitere, vom Planer nicht untersuchte Möglichkeiten einer Verlegung der Landesstraße aus dem Altort werden einfach ignoriert, darunter auch eine weitgehend kostenneutrale Alternative. — Wieder eine Chance vertan.

Am 15. November Versammlung im Bürgerhaus. Mit einem Anwohnerbeschluss haben wir unsere Forderungen und Gedanken zur Umsetzung dargestellt und verbreitet. Der Ortsbürgermeister legte dazu seine Sicht dar – sichtbar verärgert über den Anwohnerbeschluss (oder die Rheinpfalz-Berichterstattung darüber?). Zusammengefasst im Bericht der Rheinpfalz:  „Argumente gegen Ideen … Scherer geht auf die Forderungen von Anwohnern der L540 (Maximilianstraße und Ludwigstraße) ein. Es hagelt Gegenargumente… „. So haben wir uns einen Dialog nicht vorgestellt.

Das Jahr schließt für uns mit den ersten Protestaktionen im Dezember mit Presseerklärung. Die Aktionen:  Be- und Entladen an der Straße und das gemeinsame Protestkehren. Die Aufmerksamkeit der Presse war uns sicher, sogar ein Radiobericht (SWR4-2011-12-17) wurde gesendet.  Und so war dann doch zum Jahresausklang ein kleiner Funke Optimismus zu spüren.

Erneut Protestkehren im Hinterstädtel am 23. Dezember

Unser  zweites Protestkehren im Altort fand  am 23.12. um 16 Uhr statt. Wir, die Anwohner,  protestieren gegen die Nutzung der Ludwigstraße, der Maximilianstraße, des Hinterstädtels als Hauptverkehrsachse für Jockgrim und Rheinzabern! Im Augenblick sind in Jockgrim die einzigen klassifizierten Straßen die Maximilianstraße und die Ludwigstraße mit dem Hinterstädtel. Ausgerechnet die Straßen, die am wenigsten dafür geeignet sind! Angesichts der unmöglichen Zustände gerade auch für den Schulweg ist das unhaltbar! Der Jockgrimer Gemeinderat muss sich endlich dafür einsetzen, dass die Landesstraße aus dem Hinterstädtel heraus kommt. Es gibt verschiedene Alternativen für eine Lösung, u.a. auch eine Jockgrim-interne Lösung. Hier eine Übersicht der Alternativen auf der Karte. Diese Alternativen können kurzfristig umgesetzt werden. Darin ist eine gute Alternative – Ausbau des Wiesenwegs in Rheinzabern und Verlegung der Landessstraße auf diesen Zubringer zur B9 – noch gar nicht erfasst.

Statt dessen wird die – eigentlich als klassifizierte Straße geeignete – Achse der (Unteren) Buchstraße weiter verkehrsberuhigt. Mit dem Nebeneffekt, dass der Altort wieder ein Stück mehr belastet wird.

Deshalb: Die Landesstraße muss raus aus dem Altort!

Adventsfenster Nr. 23

Zum Abschluss der Adventszeit wurde es noch einmal gemütlich im Hinterstädtel. Bei wärmendem Feuer und weihnachtlichem Gesang, Kinderpunsch und Glühwein wurde in der  Ludwigstraße 15 das dreiundzwanzigste Adventsfenster geöffnet. Danke an Daniela und Norbert!

Adventsfenster Nr. 23 , Ludwigstraße 15
Adventsfenster Nr. 23 im Hinterstädtel

Die Darwinstraße

Dieser Beitrag ist vor allem für Interessierte gedacht, die die Ludwigstaße nicht live vor der Haustür haben. Meine Mitblogger wissen, wovon ich schreibe.

Als ich vor zehn Jahren in die Ludwigstraße umzog, war sie bereits  reichlich belebt. Ich nahm das  in Kauf – es gefiel mit hier so gut, ich wollte bleiben. Die Straße war halt eine kleine Herausforderung am Rande; das muss man sportlich nehmen, fand ich. Kein Problem für mich damals, ich war Mitte 30 und hatte keine Kinder. Ich dachte nur so weit, wie mancher Entscheider in Sachen Verkehrsführung es wohl auch tut: Bis zu meiner eigenen Grundstücksgrenze.

Heute habe ich einen Sohn, der in die Grundschule geht. Das tut er richtig gerne zu Fuß. Und das, obwohl sein täglicher Schulweg ein aberwitziger Hürdenlauf ist. Stehen Mülltonnen oder andere Hindernisse im Weg, müssen er und seine Schulfreunde vom Gehweglein auf die Straße. Im Winter laufen die Kinder also bei Dunkelheit auf der Straße rum. Weil es nicht anders geht. Und dort herrscht praktisch ungehindert das Recht des Stärkeren.  Es gäbe ja Möglichkeiten,  den motorisierten Straßennutzern zu signalisieren: – Achtung, hier sind Kleine unterwegs, und die brauchen eure besondere Rücksicht. Aber diese Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Jeden Morgen von 7 Uhr 30 bis 8 Uhr wird uns besonders bewusst, was hier fehlt.

Unsere Schule ermutigt uns Eltern ja eigentlich ganz zu Recht, unsere Kinder zu Fuß auf den Schulweg zu schicken: Viele Jockgrimer Kinder genießen einen relativ sicheren Schulweg. Zum Glück. Und genau das wollen wir demnächst auch von unserer Straße sagen können.

Eine Schulbus-Haltestelle gibt es für uns übrigens nicht.

Ich selbst durfte meine Straße  vor drei Jahren mal aus einer ganz neuen Perspektive kennen lernen: Ich gehörte einige Monate lang zu den so genannten „mobilitätseingeschränkten“ Menschen. Verletzungsbedingt war ich recht langsam und wackelig unterwegs. Zu Fuß gehen sollte ich aber, meinte der Arzt. Alla gut. Das hat mein Bewusstsein geschärft. Ich habe am eigenen Leib erlebt was passiert, wenn man diese Straße nutzt, ohne zu 100 Prozent fit zu sein.

Ich erfuhr, wie es so ist, wenn man ungeschickt versucht, ein Hindernis zu umgehen  – und dabei selbst zum Hindernis wird. Es fehlt ja weiß Gott nicht an Schikanen, an denen man sich hier vorbeiquält. Vom unvermeidlichen Abfall bis zum frech hingegrätschten Privat-PKW.  Ich hatte mehrfach das zweifelhafte Vergnügen zu erleben, dass zwischen mich selbst und die weniger achtsamen Motorisierten höchstens noch ein flaches Handtäschchen gepasst hätte. Dabei habe ich Hupen in vielen Tonarten und Unflat in mehreren Stimmlagen kennen gelernt. Weil ich einfach nicht schnell genug wieder vom Straßenrand wegkam! Radfahren durfte ich auch. Nun weiß ich also auch, wie es sich anfühlt, wenn man sehr bedächtig und etwas kippelig aufs Fahrrad steigt, während der viel zu schnelle Verkehr im Sekundentakt an einem vorbeirauscht.

Fazit: Es ist auf die Dauer einfach zu aufreibend. Man bleibt immer öfter  daheim, auch wenn viel zu erledigen wäre. Man wird übellaunig und fühlt sich behindert. (Doch wir wissen ja: Behindern ist heilbar.) – Für Rollator-Nutzer oder gar Rollstuhlfahrer dürfte sich das ganz ähnlich anfühlen. Nur extremer.

Ich hätte damals vor drei Jahren natürlich versuchen können, auch dieses kurzfristige Handicap sportlich aufzufassen. Das wollte ich aber nicht. Ich will selbst entscheiden, wo ich meine Herausforderungen suche, und Nahverkehrs-Survival ist nun mal nicht mein Ding. Das habe ich jetzt eingesehen.

Ich habe tolle Nachbarn und will schon allein deshalb hier bleiben, vielleicht sogar bis ich alt bin. Ich will, dass mein Sohn jeden Tag gesund zur Schule und zurück kommt. Deshalb mache ich gerne  bei den Aktionen der AG Altort mit.

So lange hier aber noch Survival angesagt ist – survival of the fittest – heißt meine Straße für mich bis auf weiteres: Die Darwinstraße.

Adventsfenster Nr 10.

Das Schaufenster

Am 10.12 erstrahlte ein Adventsfenster mit Engelmode in der Ludwigstraße 21. Welch stimmungsvoller Beitrag zur Adventszeit aus dem Hinterstädtel!Das Schaufenster

Am wärmenden Feuer trafen sich dann Groß und Klein.

Protestkehren im Hinterstädtel, Ludwigstraße und Maximilianstraße

Die Landesstraße muss raus aus dem Altort! Unter diesem Motto schwangen die Anwohner der Ludwig- und Maximilianstraße am Freitag Nachmittag den Besen. Da konnte es noch so Stürmen und Regnen! Zwischen den eifrigen Putzfrauen und -männern quälte sich der Verkehr durch die enge Straße. Eine anschauliche Demonstration der Straßenverhältnisse.